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Impfplan Kinder
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Risiko Nicht-impfen

 

Praxis 1998; 87:494-495

Dr med. H.P Zimmermann, Sektion Impfprogramme, BAG

Impfplan für routinemässige Schutzimpfungen für Kinder

Stand August 2001, Supplementum VIII, BAG. Vergleiche auch nächste Seite: Risiko vom Nicht-impfen!

Empfohlen von der Schweizerischen Kommission für Impffragen, dem Bundesamt für Gesundheit, Gesellschaften für Pädiatrie, Allgemeinmedizin und Prävention und Gesundheitswesen.

Alter  1) Diphtherie (D) Tetanus (T) Pertussis (P) Haemophilus influenzae Serotyp b 2) Poliomyelitis 3) Masern (M) Mumps (M) Röteln (R) Hepatitis B (HB)
Geburt         4)
2 Monate DTP/DTPa 5) Hib Polio IPV    
4 Monate DTP/DTPa Hib Polio IPV    
6 Monate DTP/DTPa Hib Polio IPV    
12 Monate       MMR 6)  
15-24 Mte DTP/DTPa 7) Hib Polio IPV MMR 6)  
4-7 Jahre DTPa 8)   Polio IPV    
11-15 Jahre dT 9)     10) HB (3x) 11)
Erwachsene dT 12)   13) 14), Varzellen 15)

1. Zur Präzisierung des Alters; 4-7 Jahre bedeutet vom 4. Geburtstag bis zum Tag vor dem 8. Geburtstag. Unter 7 Jahre bedeutet bis zum Tag vor dem 7 Geburtstag. Über 7 Jahre bedeutet ab dem 8, Geburtstag.

2. Gegen Haemophilus injluenzae Serotyp b (Hib) sind verschiedene Impfstoffe verfügbar; bezüglich des Impfschemas ist die Packungsheilage zu konsultieren. Für nicht nicht-geimpfte Kinder im Alter von 15 Monaten bis 5 Jahren ist eine einzelne Dosis für eine schützende Immunität ausreichend: im Aller von 12 bis 14 Monaten: 2 Dosen im Abstand von 2 Monaten (vgl. BAG-Ordner »lnfektionskrankheiten: Diagnose und Bekämpfung», Kapitel 1, Supplementum VII). Vgl. auch Zusatz-Info.

3. Verwendung des trivalenten oralen Polioimpfstoffes (OPV) (vgl. BAG-Ordner Infektionskrankheiten; Diagnose und Bekämpfung, Kapitel 1, Suppiementum III und VIII) wird nicht mehr empfohlen und neu immer den inaktivierten Impfstoff IPV zu verwenden um die Impfpoliomyelitis (1:400'000-750'000 Erstdosen u. 1:5Mio bei Folgedosen OPV) zu vermeiden. Säuglinge brauchen 5Dosen, Kinder ab 1Jahr 4 und Erwachsene nur 3Dosen.

4. Neugeborene von HBsAG-positiven Müttern (vgl. BAG-Ordner »Infektionskrankheiten: Diagnose und Bekämpfung», Kapitel 1, Supplementum III). 1. Dosis bei Geburt zusammen mit HB-Immunglobulin. 2. und 3. Dosis mit 1 resp. 6 Monaten.

5. Kombinationsimpfstoff mit ganzzelliger (P) oder azellulärer (Pa) Pertussiskomponente (vgl. BAG-Ordner »Infektionskrankheiten: Diagnose und Bekämpfung», Kapitel 1, Supplementum Xl'.).Vgl. auch Zusatz-Info.

6. Kombinationsimpfssoff gegen Masern, Mumps und Röteln. 1. Dosis mit 12 Monaten, 2. Dosis 15-24Mte (frühestens 1Mte nach erster, spätestens bei Schulaustritt). Vgl. BAG-Informationen. Neu soll nur Rubini-Impfstamm (Triviranten Berna) wegen ungenügender Schutzwirkung nicht mehr verwendet werden. Bei Vorimpfung mit 1 od. 2 Dosen Rubini-Impfstoff Empfehlung zu 1xNachimpfung mit nicht-Rubini-Impfstoff: isoliert (Mumpsvax) wenn bisher 2xMMR od. kombiniert (Priorix od. MMR II) wenn bisher nur eine MMR-Impfung erfolgte. Keine Nachimpfung ist empfohlen wenn: a) das Kind anamnestisch trotz MMR-Impfung an Mumps erkrankt ist oder wenn beretis je 1Dosis Rubini- und nicht-Rubini-Impfstoff appliziert wurde.

7. Es ist mögich, für die 4. Pertussisimpfung einen ganzzelligen Impfstoff zu verwenden, wenn die Grundimmunisierung mit einem derartigen Impfstoff durchgeführt worden ist, aber nur bis zum 24. Lebensmonat (wegen allfälliger Nebenwirkungen). Wird für den Booster ein kombinierter Impfstoff DTP/Hib (P oder Pa) verwendet. soll die Impfung vorzugsweise mit 15 Monaten verabreicht werden (Schutz vor Hib-Erkrankung im 2. Lebensjahr). Diese Impfung kann gleichzeitig mit dem MMR-lmpfstoff (nicht am selben Injektionsort) und dem Polioimpfstoff verabreicht werden.Vgl. auch Zusatz-Info.

8. Für die 5. Dosis dürfen nur die azellulären Impfstoffe (Pa) verwendet werden. Die Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren, die bisher nur 3 Dosen erhalten haben, können sofort eine Nachholimpfung bekommen (Pa) mit einer 2. Dosis nach 24 Monaten. Im Alter von 6 bis 7 Jahren sollen die Kinder nur eine Nachholimpfung (Pa) bekommen (vgl. BAG-Ordner «Infektionskrankheiten: Diagnose und Bekämpfung» Kapitel 1, Supplementmn XI). Zusätzliche Booster für Jugendliche und Erwachsene können aufgrund des derzeitigen Wissens nicht empfohlen werden.Vgl. auch Zusatz-Info.

9. Wegen verstärkter Nebenwirkungen erfolgt die Diphtherie-Impfung ab dem 8. Geburtstag mit einer geringeren Toxoiddosis.

10. Zweite Dosis, respektive Nachholimpfung.

11. Hepatitis-B-Impfung: 3 Dosen (0, 1, 6 Monate) in erster Linie für Jugendliche im Alter von 11 bis 15 Jahren. Nur für diese Altersgruppe gibt es neu ein Impfschema (nur für Gen H-B-Vax-Impfstoff) mit nur noch 2Dosen (0, 4-6Mte). Die HB-Impfung kann aber in jedem Alter verabreicht werden. Die Impfung der Risikogruppen und das pränatale Screening müssen weitergeführt werden (vgl. BAG-Ordner »Infektionskrankheiten: Diagnose und Bekämpfung», Kapitel 1, Suppiementum II). Die Impfstoffdosierung für Kinder beträgt die Hälfte der Erwachsenendosis (Packungsbeilage beachten). Vgl. auch aktuelle Empfehlungen.

12. Generell wird eine Auffrischimpfung in 10-Jahres-Intervallen empfohlen, bei tetanusgefährdeten Verletzungen sollte die Auffrischimpfung aber ab dem 5. Jahr nach der letzten Dosis erfolgen. Der Kombinationsimpfstoff dT wird empfohlen.

13. Eine Poliomyelitis-Auffrisehimpfung in 10-Jahres-Intervallen wird nur bei Erwachsenen mit erhöhtem Expositions-Risiko empfohlen. Dies betrifft vor allem Reisende in Endemiegebiete (vgl. BAG-Ordner »Infektionskrankheiten: Diagnose und Bekämpfung», Kapitel 1, Supplementa III und VI). Patienten mit Immunsehwäche oder anderen Erkrankungen des Immunsystems und deren Kontaktpersonen sowie HIV-Positiven wird der inaktivierte Polioimpfstoff (IPV) empfohlen. Vgl. auch Zusatz-Info.

14. Für nicht immune Erwachsene, vor allem Frauen im gebärfähigen Alter, Wöchnerinnen und junge Erwachsene, die nach 1963 geboren wurden, empfiehlt sich die Impfung. Besonders zu empfehlen ist die Impfung für beruflich exponierte Personen, welche diese Infektionen auf Schwangere und andere Risikopatienten übertragen können (z.B. in Frauenspitälern, Kinderkliniken usw.). Die MMR-Impfung darf nicht während der Schwangerschaft verabreicht werden. Vgl. auch Zusatz-Info. Ebenfalls sollte der Impfstatus und ev. Nachimpfung für Varizellen durchgeführt werden.

15. Bei jungen Erwachsenen und allen Erwachsenen, die einem Risiko ausgesetzt sind (vgl. BAG-Ordner »Infektionskrankheiten: Diagnose und Bekämpfung», Kapitel I, Supplementum II).

 

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Stand: 10. Oktober 2007